Interview mit Lussekatts Liv

Hej,

heute mal was anderes, keine Ratschläge oder was bei mir neu passiert ist. Heute kommt ein Interview mit Lussekatts Liv aka Stefanie Anderson. Stefanie ist nach Schweden ausgewandert und Beantwortet uns  Fragen über Sie und Schweden.

⇓ Los geht´s ⇓

1. Warum bist du nach Schweden gegangen?

Der Liebe wegen! 2006 habe ich in Stockholm bei einem Konzert der amerikanischen Band „Lords of Altamont“ einen fantastischen Mann kennengelernt. Wir haben uns auf der Stelle verliebt und sind inzwischen seit 8 Jahren verheiratet!

2. Wie ist dein Leben in Schweden?

Mein Leben in Schweden unterscheidet sich sehr von meinem Leben in Deutschland. In Hamburg habe ich als Werbetexterin gearbeitet, in der Stadt gewohnt und alles war sehr hektisch. Das hat sich mit meinem Umzug geändert. Wir wohnen hier etwas außerhalb der Stadt, nahe der Natur und ich habe es in den letzten Jahren etwas ruhiger angehen lassen.

3. Wie empfindest du die Schweden?

Die schwedische und die deutsche Mentalität sind sehr verschieden. Während wir Deutschen sehr kommunikations- und diskussionsfreudig sind, sind die Schweden eher ruhig und zurückhaltend. Man erhebt selten die Stimme, laute Freudensausbrüche oder Streit werden hier als Etikettbruch gesehen. Man spricht weniger über Gefühle oder generell über Privates.

4. Konntest du dein Job in Schweden weiterhin ausüben?

Ja und Nein! Ich habe freiberuflich gearbeitet, als ich umzog und dachte „Ach, ist doch kein Problem, arbeite ich eben von Schweden aus“. Aber leider war der gefühlte Abstand für meine Kunden dann doch irgendwie zu groß und irgendwann wurden die Aufträge weniger. Da ich anfangs noch kein schwedisch sprach, habe ich auch nicht für schwedische Werbeagenturen arbeiten können. Ich habe dann angefangen, aus Langeweile meinen Blog zu schreiben – der heute, ein paar Jahre später, zu neuen beruflichen Möglichkeiten geführt hat.

5. Als was arbeitest du momentan in Schweden?

Inzwischen arbeite ich als Fotografin und Autorin. Ich habe vor zwei Jahren die Entscheidung getroffen, mich beruflich neu zu orientieren und eine Ausbildung zur Fotografin absolviert. Außerdem hat mich im letzten Jahre ein Literaturagent kontaktiert und fragte, ob ich nicht ein Buch über Schweden schreiben wolle. Klar wollte ich! Im September erscheint dann endlich „111 Gründe, Schweden zu lieben“ im Schwarzkopf Verlag. Ich freu mich schon!

6. Wie bist du auf´s Fotografieren gekommen?

Durch meinen Blog! Die ersten Fotos habe ich mit einer kleinen Amateur-Digitalkamera gemacht. Ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer vom Fotografieren! Aber es hat mir viel Spaß gemacht und ich habe mehr probiert, viel aus meinen Fehlern gelernt, viele, viele Stunden vor Youtube Tutorials gesessen und Photoshop gelernt. Irgendwann habe ich mir meine erste Systemkamera gekauft und dann war es um mich geschehen. Nach einiger Zeit reifte der Wunsch heran, vielleicht auch beruflich zu fotografieren. Anfangs stand ich mir noch selbst ein bisschen im Weg und dachte, dass ich zu alt für einen Berufswechsel sei (damals war ich 43). Aber dann habe ich alle Bedenken über Bord geworfen und bin froh, dass ich es gewagt habe.

7. Was ist dein nächstes Projekt?

Ich habe ständig kleine und große Fotoprojekte, die ich mit verschiedenen Leuten realisiere. Zur Zeit bereite ich eine Porträtserie in Zusammenarbeit mit einer Kostümdesignerin und einer Stylisten vor, die stilistisch irgendwo zwischen Renaissancemalerei und Pop-Art liegt. Das wird super!

8. Was würdest du Personen empfehlen die nach Schweden auswandern wollen?

Lerne das Land und die Leute wirklich gut kennen, bevor du den Schritt wagst. Komm nicht nur mal im Sommer für zwei Wochen hierher, sondern auch in den kalten, tristen Monaten – etwa November oder Februar. Versuche, dich gut zu informieren. Es ist in manchen Berufen sehr leicht, Arbeit zu finden – aber eben nicht in allen. Außerdem ist es hilfreich, ein Startkapital zu haben, für den Fall, dass man eben nicht sofort Arbeit findet. Sei aufmerksam und versuche, dich den örtlichen Gepflogenheiten anzupassen. Feingefühl ist sehr wichtig.

9. Hast du ein Blog?

Ja! www.lussekattsliv.se

10.Wenn ja worüber handelt dein Blog?

Über mein Leben als Deutsche in Schweden. Darüber, wie sich mein Leben mit dem Umzug hierher verändert hat. Mein Blog ist nicht kommerziell. Ich habe damit bis heute nicht eine einzige Krone oder Euro verdient und darauf bin ich sehr stolz. Denn für mich war es immer wichtig, nicht meine Authentizität aufzugeben. Obwohl ich viele Angebote für gesponserte Posts und Zusammenarbeiten bekomme, lehne ich dies kategorisch ab.

11.Was machst du wenn du grade nicht mit der Kamera unterwegs bist?

Einfach mal abhängen! Mit dem Hund lange Spaziergänge unternehmen. Bilder retuschieren. Ideen für neue Projekte ausdenken. Rasen mähen. Schnee schippen. Lesen. Zeit mit meinem Mann verbringen. Mein Buch fertig schreiben. Nicht fernsehen. Wir haben vor 8 Jahren den Fernseher aus dem Haus geschmissen und ihn keine Sekunde lang vermisst.

Vielen Dank für das Interview Stefanie, hat mich sehr gefreut. 🙂

 

Beste Grüße Euer

Devin

 

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3 Gedanken zu “Interview mit Lussekatts Liv

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